Medien digitalisieren: Bestand, Qualität und Lieferung planen
Digitalisierung macht vorhandene Bild- und Toninhalte als Dateien nutzbar. Sie ersetzt weder verlorene Information noch automatisch eine Restaurierung oder dauerhafte Archivierung. Eine sinnvolle Offerte beginnt bei den tatsächlichen Trägern, ihrer Menge und dem gewünschten Verwendungszweck.
Den Bestand nach Medienarten ordnen
Trennen Sie Papierfotos, Dias, Negative, Filmrollen, Videokassetten und Audioträger. Notieren Sie erkennbare Formatnamen und vorhandene Beschriftungen. Eine unbekannte Kassette muss nicht durch riskante Selbstversuche identifiziert werden; eine einfache Beschreibung kann für die erste Einschätzung genügen.
Zählen Sie Bilder oder Träger und geben Sie bei Film und Ton die bekannte ungefähre Laufzeit an. Die maximale Kapazität einer Kassette ist nicht immer die tatsächliche Aufnahmezeit. Für einen gemischten Bestand ist eine gemeinsame Liste mit Art, Menge und bekannten Besonderheiten hilfreich.
Originale schonend behandeln
Beschreiben Sie sichtbare Schäden, starke Verschmutzung, Verklebung oder einen ungewöhnlichen Geruch. Spielen Sie beschädigte Bänder nicht versuchsweise ab und lösen Sie fest sitzende Bilder nicht gewaltsam aus Alben. Eine fachliche Zustandsprüfung kann vor dem eigentlichen Überspielen nötig sein.
Klären Sie Reinigung, Reparaturversuch und den Umgang mit nicht bearbeitbaren Trägern. Eine erfolgreiche Digitalisierung jedes beschädigten Originals lässt sich nicht zusichern. Bewahren Sie Reihenfolge und Beschriftungen auf, damit die Dateien später zugeordnet werden können.
Die Qualität nach dem späteren Gebrauch wählen
Nennen Sie Bildschirmwiedergabe, Druck, weitere Bearbeitung oder eine anspruchsvolle Bestandssicherung. Daraus ergeben sich sinnvolle Datei- und Qualitätsanforderungen. Sie müssen für die erste Anfrage keine Fachwerte erraten; lassen Sie eine passende Auswahl anhand von Original und Ziel empfehlen.
Ein grösseres ausgegebenes Bild oder eine höhere Pixelzahl ist nicht automatisch mehr echte Originalinformation. Unterscheiden Sie die eigentliche Erfassung von späterer Skalierung und Bildveränderung. Bei wichtigen Vorlagen kann eine Musterlieferung vor dem Gesamtauftrag helfen.
Übertragung und Restaurierung trennen
Legen Sie fest, ob eine möglichst originalnahe Übertragung oder zusätzliche Korrektur gewünscht ist. Farbe, Helligkeit, Rauschen, Kratzer und fehlende Bildteile sind verschiedene Aufgaben. Eine technische Kopie, eine verbesserte Nutzungsversion und eine rekonstruierte Darstellung sollten erkennbar bleiben.
Bei Archivzwecken kann eine unveränderte hochwertige Fassung neben einer bequem abspielbaren Nutzungskopie sinnvoll sein. Klären Sie Auswahl, Schnitt und andere Eingriffe ausdrücklich. Automatische Optimierung sollte nicht stillschweigend Details erfinden oder die einzige gelieferte Fassung ersetzen.
| Gewünschtes Ergebnis | In der Offerte unterscheiden |
|---|---|
| Originalnahe Erfassung | Übertragung ohne unvereinbarte kreative Änderung |
| Nutzungskopie | Gut abspielbare oder druckbare Fassung |
| Nachbearbeitung | Genau benannte Bild- oder Tonkorrektur |
| Bestandssicherung | Hochwertige Fassung, Dokumentation und eigene Sicherung |
Dateien, Reihenfolge und Originalrückgabe vereinbaren
Definieren Sie Dateiformate, Benennung, Ordner und die gewünschte Übergabe. Download und Datenträger sind Lieferwege, keine automatische Sicherung für alle Zukunft. Vereinbaren Sie, ob vorhandene Tonspuren, Bildränder und Beschriftungen übernommen werden sollen.
Klären Sie Transport, Aufbewahrung beim Dienstleister, Zugriff und Rückgabe der Originale. Eigentum an einem Träger bedeutet nicht automatisch jede Veröffentlichungsbefugnis. Bei privaten Aufnahmen sollten nur berechtigte Personen die Dateien erhalten.
Menge und Zusatzarbeit vergleichbar machen
Vergleichen Sie gleiche Formate, Bilder oder Träger, Laufzeiten und Ausgabequalität. Bilder in Alben können einen anderen Arbeitsaufwand verursachen als lose Abzüge. Filmrolle, Videokassette und Audioband sind keine gleichwertigen pauschalen Stücke.
Lassen Sie Prüfung, Reinigung, Reparatur, Korrektur, Benennung und Lieferung getrennt erkennen. Mindestaufträge, Versand und Datenträger können zusätzlich anfallen. Eine Preisstaffel eines einzelnen Anbieters beschreibt keinen Schweizer Durchschnitt.
| Kostenfaktor | Vergleichbare Angabe |
|---|---|
| Ausgangsbestand | Art, Format, Anzahl und bekannte Laufzeit |
| Zustand | Prüfung, Reinigung und mögliche Reparatur |
| Ausgabe | Qualität, Dateiformate und vereinbarte Korrekturen |
| Organisation | Sortierung, Benennung, Datenträger, Versand und Rückgabe |
Übergabe und Kontrolle vorbereiten
Beschriften Sie Gruppen nachvollziehbar und vereinbaren Sie eine Bestandsaufnahme bei Übergabe. Nutzen Sie geeignete Verpackung und klären Sie den Transport für empfindliche Originale. Bei besonderen Anforderungen sollten Muster und Qualitätskriterien vor der Bearbeitung feststehen.
Prüfen Sie nach Lieferung Dateianzahl, Zuordnung, Abspielbarkeit und die vereinbarte Vollständigkeit. Auffälligkeiten aus dem Original sollten von Übertragungsfehlern unterschieden werden. Legen Sie eine zusätzliche Sicherung an und bewahren Sie Originale weiter auf; eine einzelne Dateiablage ist kein dauerhaftes Archiv.
Häufige Fragen
Muss ich jedes Format kennen?
Nein. Geben Sie erkennbare Beschriftungen und eine kurze Beschreibung an. Technische Identifikation kann der Dienstleister übernehmen.
Ist Digitalisierung gleich Restaurierung?
Nein. Zusätzliche Bild- oder Tonkorrekturen sowie Rekonstruktionen müssen ausdrücklich vereinbart werden.
Kann die Kassettengrösse als Laufzeit dienen?
Nur als mögliche Kapazität. Die tatsächlich aufgezeichnete Dauer kann kürzer sein; nennen Sie sie nur, wenn bekannt.
Werden beschädigte Medien sicher gerettet?
Das lässt sich nicht garantieren. Zustandsprüfung, mögliche Reparatur und Grenzen sollten vor der Bearbeitung besprochen werden.
Sind Dateien automatisch dauerhaft archiviert?
Nein. Übergabe und dauerhafte Sicherung sind verschiedene Aufgaben. Prüfen Sie die Lieferung und legen Sie zusätzliche Sicherungen an.
Soll ich die Originale danach entsorgen?
Bewahren Sie sie nach Möglichkeit weiter auf. Die Digitalisierung ist eine neue Fassung und ersetzt den historischen Träger nicht in jeder Hinsicht.