Krankenversicherung: Modell, Franchise und Zusatzschutz vergleichen
Krankenversicherung umfasst die obligatorische Grundversicherung und freiwillige Zusatzverträge. Beide folgen unterschiedlichen Aufnahme- und Vertragsregeln. Ein sinnvoller Vergleich beginnt mit den Personen, dem Wohnort und dem gewünschten Prämienjahr. Danach werden Modell, Franchise und zusätzliche Leistungen abgestimmt. Eine Offertenanfrage ist kein Versicherungsabschluss und kein Gesundheitsfragebogen.
Grundversicherung und Zusatzvertrag auseinanderhalten
Die Grundversicherung folgt gesetzlichen Vorgaben. Für versicherungspflichtige Personen darf die Aufnahme nicht von einer Gesundheitsprüfung abhängig gemacht werden. Zusatzversicherungen beruhen dagegen auf privaten Bedingungen und können eine Risikoprüfung, Vorbehalte oder Ablehnung vorsehen. Entscheiden Sie zuerst, welchen Bereich Sie vergleichen möchten; ein Wechsel der Grundversicherung verlangt nicht automatisch einen neuen Zusatzvertrag.
Jedes Familienmitglied wird einzeln versichert
Eine gemeinsame Anfrage kann mehrere Personen betreffen, ersetzt aber keine individuellen Verträge. Geben Sie die genaue Zahl und an, ob Erwachsene, Kinder oder beide Gruppen betroffen sind. Alter beziehungsweise Jahrgänge und verschiedene Wünsche sind für den späteren Prämienvergleich relevant. Wohnsitz im Ausland, Zuzug oder besondere Versicherungsstellungen sollten gesondert geklärt werden, ohne im Erstformular Identitätsdokumente zu verlangen.
Das Modell nach dem Erstkontakt prüfen
Standardmodelle und Modelle mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer unterscheiden sich im Zugang zur Behandlung. Ab dem Prämienjahr 2027 werden die eingeschränkten Modelle nach PRAXIS, TEL-DIG, PHARM und FLEX unterschieden. Prüfen Sie die erreichbare Anlaufstelle, Überweisungen, Ausnahmen und Bedingungen des konkreten Produkts. FLEX bedeutet eine Auswahl zwischen vorgesehenen Erstkontakten, nicht beliebig freie Arztwahl.
| Modellgruppe | Erste Anlaufstelle |
|---|---|
| PRAXIS | Vorgegebene Arztpraxis oder Ärztezentrum |
| TEL-DIG | Telefonischer oder digitaler Erstkontakt |
| PHARM | Vorgesehene Partnerapotheke |
| FLEX | Auswahl zwischen mehreren vorgesehenen Erstkontakten |
Erwachsenen- und Kinderfranchise getrennt wählen
Die Franchise ist der jährliche Betrag der Kostenbeteiligung vor weiteren Beteiligungen. Eine höhere Franchise kann die Prämie reduzieren, erhöht aber den selbst getragenen Anteil bei Behandlung. Nicht jeder Versicherer bietet alle Wahlfranchisen. Vergleichen Sie die gesamte Belastung und nicht nur die Monatsprämie; Selbstbehalt und weitere Kosten sind durch die Franchise allein nicht abgegolten.
| Personengruppe | Franchisen für den Vergleich |
|---|---|
| Erwachsene: ordentlich | CHF 300 |
| Erwachsene: Wahlfranchisen | CHF 500, 1000, 1500, 2000 oder 2500 |
| Kinder: ordentlich | CHF 0 |
| Kinder: Wahlfranchisen | CHF 100, 200, 300, 400, 500 oder 600 |
Prämien auf gleicher Grundlage vergleichen
Wohnort, Altersgruppe, Modell, Franchise und Unfalldeckung beeinflussen den Vergleich. Verwenden Sie dasselbe Prämienjahr und dieselben Personenangaben. Prüfen Sie Modellverfügbarkeit am Wohnort und die Bedingungen für gewünschte Leistungserbringer. Bei Zusatzschutz vergleichen Sie auch Leistungsgrenzen, Wartefristen, Kostenbeteiligung und Vertragsdauer. Eine einzelne niedrige Prämie belegt keine passende Gesamtdeckung.
Unfalldeckung mit dem Arbeitgeberschutz abstimmen
Wer vollumfänglich nach UVG gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert ist, kann eine Sistierung der Unfalldeckung in der Grundversicherung beantragen. Bei Teilzeit, Stellenwechsel oder Erwerbsunterbruch muss der tatsächliche Schutz geprüft werden. Eine Unfalldeckung in der Krankenversicherung bietet nicht automatisch dieselben Geldleistungen wie UVG. Entfernen Sie Schutz erst nach Klärung der Voraussetzungen und des Beginns.
Die Anfrage und den Wechsel geordnet vorbereiten
Beschreiben Sie Personenzahl, Altersgruppen, gewünschte Modelle und bekannte Franchisen; unterschiedliche Wünsche passen in ein gemeinsames kurzes Feld. Nennen Sie keine Diagnosen, Medikamente oder Policennummern. Prüfen Sie danach die konkreten Fristen, Aufnahme und Versicherungsbeginn. Grund- und Zusatzversicherung können unterschiedliche Termine haben; bestehenden Zusatzschutz erst nach verbindlicher neuer Aufnahme und Bedingungsprüfung kündigen.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Familienversicherung wie in anderen Ländern?
In der Schweizer Grundversicherung wird jedes Familienmitglied einzeln versichert. Mehrere Personen können gemeinsam verglichen werden, die Prämien und Verträge bleiben individuell.
Muss ich für die Grundversicherung Gesundheitsfragen beantworten?
Für die obligatorische Grundversicherung versicherungspflichtiger Personen darf kein Gesundheitsfragebogen verlangt werden. Bei Zusatzschutz gelten andere Aufnahmebedingungen.
Bedeutet FLEX freie Arztwahl ohne Vorgaben?
Nein. FLEX ermöglicht mehrere im Modell vorgesehene erste Anlaufstellen. Die konkreten Bedingungen und zulässigen Leistungserbringer bleiben zu prüfen.
Bietet jede Kasse sämtliche Franchisen an?
Nein. Die gesetzlich möglichen Wahlfranchisen müssen nicht alle angeboten werden. Lassen Sie verfügbare Varianten für die betreffende Altersgruppe bestätigen.
Muss ich Grund- und Zusatzversicherung zusammen wechseln?
Nein. Prüfen Sie beide Verträge getrennt. Für Zusatzschutz können Risikoprüfung und andere Kündigungsbedingungen gelten.
Kann ich anfragen, wenn Modell oder Franchise noch offen sind?
Ja. Wählen Sie die offene Vergleichsoption und nennen Sie bekannte Bedürfnisse. Verbindliche Prämien setzen später die vollständigen relevanten Personendaten voraus.