Industrielackierung: Oberfläche und Auftragsumfang klären
Eine Lackierung wird nicht allein durch den Farbton beschrieben. Untergrund, Nutzung, Vorbereitung und gewünschte Oberfläche bestimmen, welches Angebot zu Ihrem Auftrag passt.
Nasslackierung und Pulverbeschichtung unterscheiden
Bei einer Nasslackierung wird ein flüssiges Lackmaterial aufgetragen. Ein- oder Mehrkomponentensysteme haben unterschiedliche Verarbeitungs- und Trocknungsbedingungen. Pulverbeschichtung verwendet dagegen Pulver und eine passende Aushärtung. Fragen Sie bei einem bestehenden Bauteil nicht nur nach dem Verfahren, sondern nach dessen Eignung für Material, montierte Komponenten und späteren Einsatz. Ein gewünschter Hochglanz oder Effekt legt das gesamte System noch nicht fest.
Vorhandene Oberfläche und Vorbereitung berücksichtigen
Stahl, Aluminium, Holz und geeignete Kunststoffe benötigen unterschiedliche Vorarbeiten. Nennen Sie das Material und vorhandene Beschichtungen, soweit bekannt. Rost, Fett, Verschmutzung oder schlecht haftende Altfarbe können zusätzliche Arbeit erfordern. Vereinbaren Sie, was gereinigt, entfernt, geschliffen oder grundiert wird. Die Firma muss eine unbekannte Altbeschichtung beurteilen können; eine neue Farbschicht ist kein Ersatz für einen geeigneten Untergrund.
Farbe, Glanz und Struktur getrennt abstimmen
Ein bekannter RAL- oder NCS-Farbcode hilft bei der Farbabstimmung. Er beschreibt aber nicht automatisch Glanzgrad, Struktur oder ein verbindliches Gesamtbild. Bei sichtbaren Teilen kann ein Muster vor der Serie sinnvoll sein. Für Reparaturen muss geklärt werden, ob nur eine Stelle ausgebessert oder die ganze Fläche neu lackiert wird. Bestehende Oberflächen können gealtert sein; ein gleicher Farbcode garantiert deshalb keine unsichtbare Ausbesserung.
| Merkmal | Sinnvolle Angabe |
|---|---|
| Farbton | Bekannter Code oder gewünschte Farbrichtung |
| Glanz und Struktur | Matt, seidenmatt, glänzend; glatt oder strukturiert |
| Referenz | Muster, bestehendes Teil oder vereinbarte Sichtfläche |
Nutzung und Bereiche ohne Lack nennen
Innen- oder Ausseneinsatz und bekannte Beanspruchungen sind wichtige Angaben. Wärme, Reinigung, Reibung oder Chemikalien können ein anderes System verlangen als reine Dekoration. Gewinde, Passungen, Dichtflächen und elektrische Kontaktstellen dürfen nicht versehentlich überlackiert werden. Beschreiben Sie kritische Stellen und vorhandene Vorgaben. Lassen Sie Eignung und nötige Prüfungen bestätigen, statt allgemeine Aussagen wie kratzfest oder chemikalienbeständig als ausreichende Spezifikation zu verwenden.
Werkstatt, Arbeiten vor Ort und Trocknung planen
Lose Teile lassen sich oft in einer Werkstatt bearbeiten. Bei einer montierten Maschine können Arbeiten vor Ort möglich sein; Zugang, Schutz der Umgebung und notwendiger Stillstand müssen dazu passen. Legen Sie fest, wer demontiert, transportiert und wieder montiert. Oberflächlich trocken bedeutet nicht immer vollständig ausgehärtet oder sofort belastbar. Stimmen Sie Verpackung, Transport und Wiederinbetriebnahme auf das konkrete Lacksystem ab. Eine pauschale Trocknungszeit für alle Aufträge wäre unzuverlässig.
Den vollständigen Lackierauftrag vergleichen
Geometrie, Zustand, Stückzahl und Ausführung beeinflussen den Aufwand. Viele Kanten, unterschiedliche Farben, Maskierarbeiten oder zusätzliche Vorbereitung können wichtiger sein als die reine Fläche. Lassen Sie enthaltene Arbeiten und eventuelle Zusatzkosten erkennen. Ein reiner Lackierpreis ist nicht gleichwertig mit einem Angebot inklusive Entlackung, Grundierung, Verpackung und Lieferung. Für unterschiedliche Teile braucht es die Menge und Ausführung je Typ statt einer ungenauen Gesamtzahl.
| Vergleichspunkt | Im Angebot prüfen |
|---|---|
| Vorbereitung | Reinigung, Entfernung alter Schichten und Grundierung |
| Ausführung | Farbe, Glanz, Abdecken und vereinbarte Qualität |
| Gesamtumfang | Demontage, Logistik, Verpackung, Termin und Mehrwertsteuer |
Die wichtigsten Angaben für eine passende Offerte
Beschreiben Sie das Objekt, ungefähre Masse und Zustand. Nennen Sie Material, Menge und gewünschte Farbe, soweit bekannt. Bei verschiedenen Objekten genügt eine gemeinsame Beschreibung mit Angaben je Typ. Teilen Sie besondere Anforderungen oder Bereiche ohne Lack mit. Wenn die Ausführung offen ist, muss das kein Hindernis sein: Der Betrieb kann sie mit Ihnen klären. Arbeitsort und Terminwunsch ermöglichen die erste Planung.
Häufige Fragen
Ist Industrielackierung immer Pulverbeschichtung?
Nein. Nasslackierung und Pulverbeschichtung sind unterschiedliche Möglichkeiten. Die Eignung hängt vom Auftrag ab.
Muss ich einen Farbcode kennen?
Nein. Nennen Sie eine gewünschte Farbe oder lassen Sie sich beraten. Ein bekannter Code erleichtert die Abstimmung.
Kann eine Maschine vor Ort lackiert werden?
Das kann möglich sein. Zugänglichkeit, notwendiger Schutz, Arbeitssicherheit und Stillstand müssen vorher geklärt werden.
Reicht der gleiche Farbcode für eine Ausbesserung?
Nicht unbedingt. Alterung, Glanz und Struktur können abweichen. Besprechen Sie das gewünschte Ergebnis.
Was darf nicht lackiert werden?
Das hängt vom Teil ab. Nennen Sie etwa kritische Gewinde, Passungen, Dichtflächen und Kontakte.
Kann ich die Teile sofort nach der Lackierung verwenden?
Nicht automatisch. Trocknung und volle Belastbarkeit richten sich nach dem System und den Bedingungen. Vereinbaren Sie die Freigabe.