Welche Architektursoftware passt zum Büro?
Ein schönes Bild zeigt noch nicht, ob eine Software den Planungsalltag trägt. Entscheidend sind bearbeitbare Pläne, verlässliche Modellinformationen und ein Austausch, den interne und externe Beteiligte tatsächlich nutzen können. Definieren Sie diese Ergebnisse vor dem Produktvergleich.
Arbeitsweise und Ergebnisse festlegen
Ein kleines Büro mit 2D-Plänen braucht andere Funktionen als ein Team mit gemeinsamem Gebäudemodell. Umbauten können Bestandspläne, unterschiedliche Dateiformate und eine saubere Trennung von Bestand und Planung verlangen. Visualisierung ist ein weiterer Bedarf, nicht automatisch die Grundlage für Mengen oder Ausführung.
Beschreiben Sie typische Projektarten und die Zahl der geplanten Arbeitsplätze. Entscheiden Sie, welche Ergebnisse regelmässig geliefert werden und welche nur gelegentlich gebraucht werden. So bezahlen Sie nicht allein wegen einer langen Funktionsliste für ungenutzte Module.
| Arbeitsziel | Sinnvoller Nachweis |
|---|---|
| 2D-Planung | Bearbeitbare Pläne, Beschriftung und passende Ausgaben |
| BIM und Mengen | Strukturierte Bauteile, Eigenschaften und prüfbare Auswertungen |
| Visualisierung | Gewünschte Ansichten und geeignete Bildausgaben |
| Koordination | Vereinbarter Modell- und Aufgabenaustausch |
Vorlagen und Bibliotheken für die Schweiz prüfen
Lokale Vorlagen, Bauteilbibliotheken, Flächenberichte und Klassifikationen können die Einrichtung erleichtern. Prüfen Sie, welche Inhalte zur Lizenz gehören, welche ein Servicepaket verlangen und wie eigene Bürostandards erhalten bleiben.
Eine Vorlage mit Verweisen auf Normen ersetzt keine fachliche Prüfung des Projekts. Auch BIM ist nicht allein aufgrund der Softwarewahl für jedes Schweizer Vorhaben vorgeschrieben. Die Anforderungen ergeben sich aus dem konkreten Auftrag und den vereinbarten Lieferungen.
Dateiaustausch an einem Beispiel testen
Fragen Sie nach den tatsächlich benötigten Versionen von IFC und DWG sowie nach PDF-Ausgaben. Ein offenes Austauschformat bewahrt nicht automatisch alle nativen Bearbeitungsfunktionen. BCF übermittelt modellbezogene Aufgaben und Kommentare; das dazugehörige Modell wird gesondert bereitgestellt.
Testen Sie mit einem kleinen, unkritischen Beispiel Geschosse, Koordinaten, Einheiten, Bauteileigenschaften und Mengen. Prüfen Sie auch den Rückweg einer Korrektur. Ein erfolgreicher Export allein beweist noch keinen nutzbaren Austausch beim Partner.
Zusammenarbeit und Zuständigkeiten organisieren
Einzelarbeit, internes Team und externe Fachplanung stellen unterschiedliche Anforderungen an Freigaben, Versionen und Zugriffsrechte. Klären Sie, wer Modelle zusammenführt, Änderungen übernimmt und offene Punkte abschliesst.
Vergleichen Sie gemeinsame Projektablagen und Modellkoordination getrennt. Legen Sie fest, welche Projektstände verbindlich sind und wie externe Beteiligte ohne unnötige Vollzugriffe mitarbeiten können.
Bestehende Projekte und Geräte berücksichtigen
Nennen Sie Betriebssysteme sowie bekannte Softwareversionen und Dateitypen. Alte Projekte, eigene Bibliotheken und Zusatzprogramme können den Wechsel stärker beeinflussen als neue Zeichenfunktionen. Fragen Sie, welche Altstände weiterhin geöffnet und bearbeitet werden können.
Prüfen Sie Hardware und Grafikleistung anhand eines typischen Projekts. Eine Testmigration sollte Kopien verwenden und den Zugriff auf das ursprüngliche Projekt erhalten. Schulung, Vorlagenanpassung und Übergangszeit gehören in den Einführungsplan.
Kosten über die Nutzungsdauer vergleichen
Vergleichen Sie die gleiche Zahl von Arbeitsplätzen und dieselben Module. Lizenzmodell, lokale Inhalte, Zusammenarbeit, Speicher, Support und Versionswechsel können getrennte Positionen sein. Ein einzelner Einstiegspreis ist dafür keine vollständige Kostenbasis.
Lassen Sie einmalige Leistungen und laufende Gebühren getrennt ausweisen. Fragen Sie auch nach Exportmöglichkeiten, weiterem Zugriff auf Altprojekte und Kosten beim späteren Wechsel. Eine seriöse Offerte benennt Annahmen und ausgeschlossene Leistungen.
| Kostenbestandteil | In der Offerte klären |
|---|---|
| Lizenzen und Module | Arbeitsplätze, Laufzeit und benötigte Funktionen |
| Lokale Inhalte | Vorlagen, Bibliotheken und Aktualisierungen |
| Zusammenarbeit | Projektzugänge, Speicher und externe Beteiligte |
| Einführung und Wechsel | Schulung, Migration, Support und spätere Exporte |
Die Anfrage und den Pilotversuch vorbereiten
Für eine erste Anfrage reichen Projektarten, Arbeitsplätze, Betriebssysteme, bekannte Programme, benötigte Ausgaben und Partnerformate. Beschreiben Sie Vorlagen und Bibliotheken gemeinsam in einem kurzen Text. Vertrauliche Pläne, Zugangsdaten und vollständige Projektdateien gehören nicht in die erste Anfrage.
Vereinbaren Sie danach einen begrenzten Pilotversuch mit klaren Aufgaben: Plan erstellen, Modell austauschen, Änderungen prüfen und Ergebnisse ausgeben. Entscheiden Sie anhand dieser Arbeitsschritte, bevor ein ganzes Team oder alle Altprojekte umgestellt werden.
Häufige Fragen
Braucht ein Büro mit 2D-Plänen zwingend BIM?
Nicht allein wegen der Softwarewahl. Prüfen Sie die vereinbarten Projektlieferungen und ob ein Gebäudemodell tatsächlich gebraucht wird.
Kann ein IFC-Modell wie eine native Datei bearbeitet werden?
Nicht automatisch. Der Inhalt kann für Austausch und Auswertung geeignet sein, während native Funktionen oder Bibliotheksbezüge anders übernommen werden. Testen Sie den konkreten Fall.
Ersetzt BCF die Modelldatei?
Nein. Es beschreibt modellbezogene Punkte und Ansichten und verweist auf ein separat geteiltes Modell.
Was passiert mit alten Projekten?
Klären Sie unterstützte Versionen, Konvertierung und verbleibenden Zugriff. Prüfen Sie eine Kopie, bevor Sie Originaldateien umstellen.
Welche Geräteangaben sind hilfreich?
Betriebssystem und bekannte Hardware reichen zunächst. Der Anbieter sollte den Bedarf anhand der vorgesehenen Projektgrössen und Funktionen prüfen.
Lässt sich ohne Plan-Upload eine Offerte erstellen?
Eine erste Einordnung ist mit Arbeitsplätzen, Projektarten und benötigten Formaten möglich. Genauere Tests können später mit einem geeigneten Beispiel vereinbart werden.